Escape-Room-Brettspiele

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Exit und Excape Games Krimigames im Vergleich

Escape-Room-Brettpiele

Der Markt der Exit-, EscapeRoom- und Krimi-Spiele ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Ich habe als Viel-Spielerin einige Reihen und Systeme ausprobiert und festgestellt, dass es sowohl qualitativ und auch spieltechnisch riesige Unterschiede gibt und möchte Euch hier einen Überblick verschaffen…

… wie immer unter der Einschränkung *meine persönliche Meinung* – also nicht repräsentativ 🙂

Exit von Kosmos

Die ultimative Spielreihe für alle Exit-Fans.
Abwechlsungsreiche Geschichten und immer wieder neue Rätsel, die selbst Profis verblüffen!

Spielprinzip:
Das Spielprinzip hat sich über die ganze Reihe hinweg (mit wenigen Ausnahmen) nicht geändert: es gibt eine Grundgeschichte, ein Setting, in das die Spieler eintauchen. Im Heft sehen sie Räume, Orte, Dinge die zum Teil mit Symbolen versehen sind. Jeder Symbol-Teil wird durch einen dreistelligen Code geöffnet. Durch das Lösen von Rätseln erhält man diesen in Form von Zahlen, Symbolen, Farben oder Sonstigem. Gibt man den Code passend zum Symbol in der Decodierscheibe ein, erhält man die Zahl einer Lösungskarte. Auf dieser sind im Besten Falle verschiedene Gegenstände aufgeführt und man liest bei der Lösungskarte des aktuellen Gegenstandes weiter. Möglicherweise aber auch nicht 🙂
So erhält man neue Rätselkarten oder entdeckt neue Orte bis man die Hauptmission beendet hat. Kommt man in der Geschichten einmal nicht weiter, kann man auf Hilfekarten zurückgreifen. Jedes Rätselsymbol hat drei Hilfekarten. Die erste gibt lediglich einen Hinweis, die zweite wird schon genauer und die dritte löst das Rätsel auf.

Schwierigkeit:
Die Einsteiger-GEschichten sind eher gradlinig und für Einsteiger und Kinder gut geeignet. Man weiß immer sehr genau, welche Dinge, Karten und Rätsel man zu welcher Zeit kombinieren und lösen muss. Die Geschichte geht mit jedem gelösten Rätsel einen Schritt weiter bis zum erfolgreichen Ende.
Die Fortgeschrittenen und Profi Varianten sind da schon wesentlich kniffeliger, da man häufig nicht weiß, welches Rätsel nun an der Reihe ist und ob dafür schon alle notwendigen Rätselkarten im Spiel sind.
Ganz wichtig – werft nichts aus der Packung weg – es kann alles wichtig sein!

Leider sind die Spiele nur einmal spielbar. Um das Material zu schonen fertigen wir uns immer Farbkopien an… das geht auch gut!

Meine Lieblings-Spiele:
Der Tote im Orient-Express
Die Katakomben des Grauens
Der Raub auf dem Mississippi
Die Känguru-Eskapaden (als Fan der Känguru-Chroniken)

Adventure Games von Kosmos

Weniger Exit, dafür mehr Adventure… Erinnerung an alte Point-and-click-Adventures á la Monkey Island…

Spielprinzip:
Die Spieler werden wieder in ein bestimmtes Szenario versetzt (Verlies in einer Burg, Verirrt auf einer Vulkaninsel oder in einem Forschungsgebäude). Sie haben von irgendwem einen Auftrag irgendwas zur machen…
Jeder Spieler (im optimalsten Falle 4) bekommt eine Charakterfigur, die über benötigte Fähigkeiten verfügt. Jeder kann natürlich etwas anderes gut und wird im Spiel wichtig werden.

Ansonsten besteht das Spiel aus Karten: Raumkarten, Abenteuerkarten, Aufgabenkarten und Endekarten und einem Abenteurerbuch, was durch die Geschichte leitet (ich empfehle die App von kosmos – da kann man sich die Textpassagen vorlesen lassen – sehr guter Sprecher!). Im Laufe der Geschichte sammelt man Gegenstände, die miteinander kombiniert werden müssen (ein Dosenöffner und eine Dose Katzenfutter ergibt loses Katzenfutter). Auch das Kombinieren von Gegenständen mit Personen ist möglich und ergibt sehr lustige Kommentare.
Man entdeckt während des Spiels Raum für Raum (Landschaft für Landschaft) und der Spielplan baut sich Stück für Stück auf. Auf jeder Raumkarte gibt es Dinge zu entdecken – gekennzeichnet mit einer Zahlenkombination. Wenn man diese im Buch nachschlägt erhält man genauere Informationen zu der Ecke. Räume können nicht jederzeit betreten werden, Gegenstände nur von einem Spieler zum Anderen gegeben werden, wenn sie in einem Raum stehen. Es wird der Reihe nach gespielt, aber trotzdem kooperativ gegen das Spiel. Mal ist es notwendig sich weit über das Feld aufzuteilen, mal sollte man möglichst zusammenbleiben.

Die Spiele sind anspruchsvoll, insbesondere durch ihre Länge. In jedem Teil gibt es zwei-drei Punkte, an denen man “speichern” kann. Durch die beiliegenden Tüten können die Karten sortiert und benutzte von unbenutzten getrennt werden. Ich empfehle noch schnell ein Foto von dem Spielfeld und dem Vorrat jedes einzelnen Spielers zu machen, um dort wieder anknüpfen zu können.

Die Spiele sind theoretisch mehrfach spielbar, weil man nie alle Wege gehen kann. Vieles bleibt unentdeckt, eineige Entscheidungen beeinflussen das Spiel in eine Richtung (die man vielleicht auch garnicht will), somit gibt es einen Wiederspielwert. Habe ich aber noch nicht ausprobiert.

 

Detective Stories von iDventure

Profiling – löse den Fall anhand von Indizien und Beweismaterial

Spielprinzip:
Mit Öffnen der Schachtel befinden sich die Spieler direkt in einem Kriminalfall und haben sämtliche Beweisstücke vor sich liegen. Mal muss der Tod eines Fußballstars aufgelöst werden oder der Täter eine Brandstiftung mit Todesfolge geklärt werden. Anhand der unterschiedlichen und aufwendigen Beweismittel müssen die Spieler den Fall lösen und einen Verdächtigen dingfest machen. Durch den direkten Zugriff auf alle Materialien müssen Querverbindungen hergestellt werden und Alibis auf Plausibilität geprüft werden. Anhaltspunkte liefert dazu auch das Internet.

Durch das wertige Material (echte Fotos, hochwertige Briefpapiere, zerknüllte Zettel in Klarsichtbeuteln, Landkarten etc.) und der Fallakte hat man das Gefühl mittendrin zu sein. Da Alles zur Verfügung steht müssen sich die Spieler ein eigenes Lösungssystem erarbeiten. So ist aber auch jeder jederzeit beschäftigt. Man arbeitet nicht immer am gleichen Teil des Falles, sondern kann sich auch aufteilen.

Fazit: Mittendrin statt nur dabei – und: ihr braucht Platz, damit die einzelnen Beweisstücke hin und hergeschoben werden können. Spaßig dabei ist auch die Pinnwand, wie es sie immer in den Polizei-Serien gibt. Mit Pinnadeln und Wollfäden als Verbindung.

Escape Room von Noris

Hektisches Schlüsselsuchen mit Fehlerquellen.

 

“Escape Room” ist sicherlich das aufwändigste Spiel in diesem Genre.
Mit dem Grundspiel erwirbt man den Chrono-Dekoder mit 16 verschiedenen Plastikschlüsseln. Sowohl der Dekoder, als auch die Schlüssel sind mit Symbolen und Besonderheiten “graviert”. Im Grundspiel sind vier Abenteuer enthalten.

Der Dekorder dient auch als Zeitnehmer und läuft als 60 min. Countdown. Dies kann deutlich zu Stress führen, wenn man sich durch das unterschiedliche Material kämpft. Davon gibt es eine Menge und der Beginn der Lösungskette muss erstmal gefunden werden. Man sucht nach Informationen, Codes, Rätseln und sonstigen mysteriösen Zeichen und arbeitet zusammen, um die Logik hinter den Aufgaben zu verstehen. Dabei helfen schön gestaltete Pläne und Karten. Die einzelnen Teile des Abenteuers sind verpackt. Den Ausgang aus einem Raum findet man mit der richtigen Kombination aus vier Schlüsseln, die in den Dekoder gesteckt werden müssen. Ist der Code korrekt, hört man eine Fanfare und darf zum nächsten Schritt wechseln. Ist er falsch, gibt es eine Zeitstrafe.

Die Geschichten und das Material sind eigentlich toll. Aber … ich mag das Gefummel mit den Schlüsseln nicht. Diese haben soviele Symbole, Seiten, Zahlen, Ränder,… und man kann sie links und rechts in den Dekoder stecken etc.. dadurch habe ich trotz richtiger Lösung schon einiges falsch gemacht. Das frustriert. Inhaltlich waren die Rätsel mE auch nicht immer logisch und nachvollziehbar.

Undo von Pegasus Spiele

Als Schicksalsweber in der Zeit unterwegs.

 

Das Spiel beginnt mit einem Tod oder etwas anderem Schrecklichem. Die Aufgabe der Spieler ist es nun, als Schicksalsweber die Geschichte zu verändern und möglicherweise den Tod am Ende zu verhindern.

Die 13 Karten werden als Zeitleiste mit verschiedenen Stationen des Verstorbenen oder der Geschichte ausgelegt. Dazu gibt es einen kleinen Hinweis und eine zeitliche Angabe, wie weit die Ereigniskarte vom Tod des Protagonisten entfernt liegt.


Die Spieler können reihum 9 dieser Karten lesen und müssen auf jeder eine Entscheidung treffen. Dabei wird die Geschichte entweder verbessert, verschlimmert oder sie bleibt, wie sie ist… Als Wertung erhält man nach jeder Entscheidungn -1, 0 oder positive Wertungspunkte.
Durch Zusammenzählen der Punkte wird das alternative Ende der Geschichte bestimmt.

Insgesamt ist “Undo” für mich zu starr und irgendwie nicht rund. Es gibt ausschließlich Textkarten und man bewegt sich in einem sehr engen Rahmen ohne Gestaltungsmöglichkeit. Die gespielten Geschichten waren eher durchschnittlich.